Kirche Mater Dolorosa

Liebe Besucher der Pfarr- und Wallfahrtskirche „MATER DOLOROSA“ in Klimmach mit der Wallfahrt zum Hl. Kreuz!

Ein Gang durch unsere weithin bekannte Kirche wird Ihnen nicht nur Schönheit und Kunstwerke näherbringen, vielmehr können Sie sich vom tiefen Glauben, der aus religiöser Kunst spricht, ein wenig berühren lassen.

Zur Pfarrgeschichte

Die Klimmacher Pfarrgeschichte reicht erwiesenermaßen bis in das spätere Mittelalter zurück. Ende des 15. Jahrhunderts gehörte der Klimmacher Kirchensatz zur Herrschaft Schwabegg. Zwischen 1627 und 1685 war Klimmach nur zeitweilig eine eigene Pfarrei. Erst im Jahr 1685, nach dem Bau eines Pfarrhofes wurde Klimmach endgültig Sitz einer eigenen Pfarrei, wozu sicher auch die Wallfahrt beigetragen hatte.

Graf Hans von Rechenberg, Pfandinhaber der Herrschaft Schwabegg, hatte 1554 von seiner zweiten Pilgerreise nach Jerusalem einen Kreuzpartikel mitgebracht und der Klimmacher Pfarrkirche, als der ärmsten Pfarrei seiner Herrschaft, gestiftet. Bald schon setzte ein Zustrom von Wallfahrern ein. Der andauernd starke Besuch machte zu Beginn des 18. Jahrhunderts den Bau einer größeren Kirche notwendig. So entstand die heutige, wunderschöne Barockkirche.

Zur Kirche

Wir befinden uns ein einem, im weiten Umkreis nahezu einzigartigen, einheitlich barocken, Sakralbau. Beim Betreten des Kirchenschiffes fällt unser Blick zuerst auf den Chorraum, dessen Mittelpunkt die Apsis der Kirche mit dem Hochaltar bildet. Das Altarbild zeigt die Kreuzigung Christi, Werk des Münchner Hofmalers Johann Degler, entstanden 1708/09 (Öl auf Leinwand, 1947 renoviert); links und rechts des Bildes stehen zwei große Holzfiguren, in denen wir den Kaiser Konstantin und die Kaiserin Helena erkennen können, gefertigt von Bildhauer Martin Beichel aus Türkheim, 1708/09.

Die Heiligengeschichte erzählt, dass die Kaiserin Helena, Mutter des römischen Kaisers Konstantin,

durch eine Erscheinung im Traum von Gott aufgefordert wurde, nach Palästina zu reisen, um die heilige Stätte aufzusuchen.

Nachdem sie diese Reise angetreten hat, soll sie dann in Jerusalem  im Jahr 326 das Kreuz Christ gefunden haben.

Kaiser Konstantin der Große soll daraufhin, den Bitten seiner Mutter folgend, die Basilika „S. Croce in Gerusalemme“ (Heiliges Kreuz in Jerusalem) errichtet haben.

Diese soll als Aufbewahrungsort des Heiligen Kreuzes gedient haben. Lange Zeit wurde in der katholischen Kirche daher jährlich am 3. Mai das Fest Kreuzfindung gefeiert.

Der Aufbau des Hochaltares sowie die Aufbauten der beiden vorderen Seitenaltäre stammen aus der Künslerwerkstatt des Türkheimer Hans Bergmüller, 1708/09.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 Im Chorraum: Die Evangelisten, links Markus u. Johannes, rechts Lukas u. Matthäus, Werke des Bildhauers Beichel.

Das Hauptdeckenfresko im Altarraum, die Himmelfahrt Christi wie auch die beiden Wandfresken im Chrorraum, südlich die Arche Noah und gegenüber Schiff mit Graf Hans von Rechberg, Stifter des Kreuzpartikels, in Seenot, entstanden von der Künstlerhand des Hiltenfinger Malers Michael Niggl, 1708/09.

Die Himmelfahrt Christi

Arche Noah                                                                                                             Schiff mit Graf Hans von Rechberg, Stifter des Kreuzpartikels

Im Kirchenschiff können wir weitere Deckenfresken bewundern (von Ost nach West):

 Kreuzauffindung Sieg Kaiser Konstantins                                                   Lohn des Kreuztragens an der milvischen Brücke

Wunderbarer Wessobrunner Stuck von Matthias Stiller und seiner Werkschar umrahmt und vollendet die Bildfelder sowie das gesamte Deckengewölbe (renoviert 1993/94).

Den Blick den beiden vorderen Seitenaltären zugewandt, finden wir als Hauptbilder, links die Aufrichtung des Kreuzes, rechts die Kreuzannagelung, darüber Bilder, die links den Hl. Petrus, rechts die Hl. Margaretha darstellen. In der Pedrella sehen wir weitere Ölbilder (beide aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts), nördlich die Verkündigung an Maria, südlich die Taufe Christi.

Die beiden Seitenkapellen, die unserer Kirche die Form eines Kreuzes geben, kamen erst im Jahr 1729 hinzu. Die Kapellenaltäre entstanden im Jahr 1735 und stammen wohl aus der Werkstatt des Dominikus Bergmüller. Die dazu gehörenden Altarbilder wurden in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgewechselt und zeigen uns auf der linken Seite Maria unter dem leeren Kreuz, auf der rechten Seite Tod Mariä. – An den Sockeln beider Altäre befinden sich je ein verglaster Schrein mit einer spätbarocken Plastik, nördlich Schmerzensmann, südlich Pietá.

                                           Seitenaltar und Seitenkapelle nördlich                                                                   Seitenaltar und Seitenkapelle südlich

Während Altarbilder und Deckenfresken im Kirchenschiff und Chorraum die besondere Verehrung des Hl. Kreuzes zum Ausdruck bringen, wenden die Auszüge der beiden Seitenkapellen die Verehrung in besonderer Weise auch der schmerzhaften Mutter Gottes zu.

Hierzu sei erwähnt, dass der damalige Pfarrer und Bauherr unserer Kirche, Michael Menner, 1726 die Bruderschaft zu Ehren der Sieben Schmerzen Mariens errichtete (die Bruderschaft zum Hl. Kreuz wurde bereits 1714 eingeführt); daher der Anbau der beiden Seitenkapellen und vermutlich auch das Patrozinium unserer Pfarrkirche „MATER DOLOROSA“ (Schmerzhafte Mutter).

Am rückwärtigen Ende der Kirche, an den beiden Emporebrüstungen, dürfen wir noch einige Ölbilder des Münchner Hofmalers Johann Degler bewundern; sie zeigen uns zehn verschiedene Szenen des Leidens Christi.

Unten: (von Süden nach Norden): Geißelung und Verspottung Christi, Christus vor Pilatus, Heilige Veronika mit dem Schweißtuch, Kreuzannagelung

Oben: Christus und die weinenden Frauen, Christus in Gethsemane, Judaskuß, Vorführung Christi vor Pilatus, Christus wird zur Richtstätte angeführt.

Bemerkenswert auch die Kanzel, ca. 1735, Ausführung (Dominikus Bergmüller), Verzierungen und Trag-Engelfigur im Stil der Rokokozeit; sowie die Beichtstühle, Werke des Andreas Bergmüller mit interessanten Schnitzereien. Die kleinen ovalen Ölbilder auf den Beichtstühlen stammen aus der 1. Hälfte des 18. bzw. aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, dargestellt sind verschiedene Motive aus der Hl. Schrift.

Bevor wir die Kirche verlassen, wollen wir uns noch dem besonderen „Schatz“ im Tabernakel unserer Kirche zuwenden, dem Kreuzpartikel.

An den Tagen, wenn Wallfahrer zu unserer Kirche pilgern oder an besonderen Festtagen wird das Heilige Kreuz durch einen besonderen Ritus verehrt und die Gläubigen werden durch Auflegen des Kreuzpartikels gesegnet.

Das Patrozinium wird am Samstag vor dem Palmsonntag gefeiert; das Fest Kreuzerhöhung am Sonntag um den 14. September.

Die Kirche Mater Dolorosa wurde 1872, 1899, 1926, 1951/54, 1974/75 (außen) und 1993/94 (innen) renoviert.

Bei der letzten Renovierung waren einige Firmen, sowie auch Mitglieder der Pfarrgemeinde Klimmach aktiv beteiligt. Finanziell wurde diese Renovierung unterstützt von der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg, durch Spenden der Stadt Schwabmünchen, verschiedener Firmen und Einrichtungen, jedoch zum größten Teil durch Spenden der Pfarreimitglieder selbst.

Am 11. Oktober 2009 wurde anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Kirche der neue Volksaltar und Ambo, beides aus einheimischen Natursteinen, eingeweiht. Darunter befinden sich die Reliquien der Hl. Christina von Bolsena und der Hl. Crescentia von Kaufbeuren.

   

An dieser Stelle sei noch einmal allen gedankt, die dazu durch Tatkraft, Gebet oder finanzielle Mittel beigetragen haben. Doch wir dürfen nicht vergessen, immer wieder auch unsere Kirche, die wir sind, in unserem Herzen zu renovieren und zu erneuern.