Kirche St. Michael

Stadtpfarrkirche St. Michael

Die Pfarrkirche St. Michael hat eine lange Geschichte hinter sich, bis das Gotteshaus in der heutigen Form erstanden ist.

Im Jahre 953 wird Schwabmünchen zum ersten Mal urkundlich als “Castellum quod dicitur Matahinga” erwähnt. Bischof Ulrich fand hier Zuflucht.

Die Pfarrei dürfte schon im 10. Jh. entstanden sein. Von der ersten Kirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jh. stammen die Untergeschosse des Turmes aus spätromanischer Zeit.

In den Jahren 1614/17 erfolgte der Umbau zu einer dreischiffigen Anlage durch den Werkmeister Jakob Aschenberger, 1688 wurde der Chorraum umgestaltet und stuckiert.
Kurz nach 1800 wurde die Decke im Langhaus erhöht und neue Pfeiler eingestellt. 1855 entstand durch den Maler Ferdinand Wagner das monumentale Deckengemälde “Das göttliche Weltgericht”.

Am Sonntag, 4. März 1945, wurde bei einem Bombenagriff auf Schwabmünchen nach dem Frühgottesdienst die Kirche getroffen. Bis auf den Turm brannte die gesamte Kirche ab, zahlreiche Kunstschätze gingen verloren.

Unter großer Mithilfe der Bevölkerung begann 1947 der Bau der neuen Kirche nach den Plänen des Architekten Thomas Wechs sen.. Am 24.12.1949 konnte die Kirche durch Bischof Freundorfer geweiht werden, am 12.3.1950 wurde der Altar konsekriert.

Im Jahr 1968 wurde der Altarraum nach Plänen des Architekten Egon Kunz neu gestaltet. Dabei wurden die Fenster im Chorraum zugemauert und große Teile der Gemälde von Prof. Bernhard entfernt.

Das von Lorenz Luidl um 1700 geschnitzte Kruzifix hat den Brand der Kirche an der Außenseite der Mauern überstanden.

Mehrere kleine Kapellen und Nischen geben der Kirche ihren besonderen Reiz und ermöglichen eine vielfältige Nutzung.

Ansicht von der Fuggerstraße aus.

Ansicht vom Schrannenplatz aus.

Blick in den Innenhof mit Eingang zum Pfarrzentrum links.

Firmung 2017 mit Domkapitular Andreas Magg

 

Innenraum der Kirche St. Michael

Figürliche Darstellung des Erzengels Michael

Gedächtniskapelle

Nothelferkapelle gegenüber dem Schriftenstand

Maria Mutter Gottes links der Apsis

Josefdarstellung mit jugendlichem Jesus, rechts der Apsis

Mariensäule unter der Empore

Blick auf die Hauptorgel (mehr über die Orgeln weiter unten)

Osterkerze mit Blumenschmuck 2016

 

1999: Die große Eule-Orgel in St. Michael Schwabmünchen

orgel_gesamtbildAusgangspunkt aller musikalisch-dispositionellen Überlegungen war ein ausgewogenes, großes Orgelwerk mit dem Duktus der sächsisch-mitteldeutschen Orgeltradition des 18. und 19. Jahrhunderts. Insbesondere die Klanggestalt Gottfried Silbermanns und die der darauf aufbauenden späteren Orgelbauer, wie Friedrich Ladegast und Hermann Eule, bildeten hierfür die Grundlage der Mensuration. Nachweislich bestand bei ihnen auch eine praktizierte oder starke gedankliche Nähe zum französischen Orgelbau, so dass sich auch unschwer diese Klangelemente skizzenhaft einbinden ließen.

Ziel war es, im Sinne eines einheitlichen regionalen Stils, jene Homogenität entstehen zu lassen, die ein Instrument braucht, um unter Vermeidung gewaltsamen Konglomerierens von Stilelementen eine Synthese klassischer und romantischer Klangressourcen zu ermöglichen. (Die Besetzung der einzelnen Werke der Orgel steht analog dazu in einer engen Beziehung zueinander.)spieltisch

Bereits im Registerbestand der ersten beiden Manuale, die denen der stilistische Grund des 18. Jahrhunderts gelegt ist, sind weiterführende Stimmen des 19. Jahrhunderts enthalten. Damit ist der fließende Übergang gegeben zum romantisch intendierten dritten Manualwerk, in dem wiederum ein französisch mensurierter Zungenchor verschmelzend einbezogen ist.

Das vierte Manual ist das Solowerk der Orgel und, wie auch im klassischen französischen Orgelbau, zum Spiel ausgeprägter Melodien vorgesehen. HÖRBEISPIEL

I. Clavier: Hauptwerk C – g´´´

Principal 16´
Octave
Hohlflöte
Viola da Gamba
Octave
Blockflöte
Quinte 2 2/3´
Octave
Mixtur maior – 5fach 2 2/3´
Mixtur minor – 4fach 1 1/3´
Fagott 16´
Trompete

II. Clavier: Positiv schwellbar C – g´´´

Salicional 16´
Principal
Gedackt
Salicional
Unda maris (ab co)
Principal
Rohrflöte
Nazard 2 2/3´
Flachflöte
Quinte 1 1/3´
Sesquialtera 2fach 2 2/3´ + 1 3/5´
Mixtur 5fach
Clarinette
Vox humana (Option)
Tremulant Frequenz stufenlos regelbar

III. Clavier: Schwellwerk C – g´´´

Lieblich Gedackt 16´
Geigenprincipal
Bourdon
Doppelflöte
Aeoline
Voix céleste
Traversflöte
Fugara
Piccolo
Progressio harmonica 3-5fach 2 2/3´
Basson 16´
Basson-Hautbois
Trompette harmonique
Clairon harmonique
Tremulant Frequenz stufenlos regelbar
IV. Clavier: Solowerk C – g´´´

Flûte harmonique
Flûte octaviante
Cornet 5fach (ab fo)
Alphorn
Glockenspiel co-f´´ schwellbar (Option)

Pedal C – f´

Grand Bourdon 32´
Principal 16´
Violonbaß 16´
Subbaß 16´
Bourdon doux 16´
Nazard 10 2/3´
Octave
Cello
Bourdon doux
Quintbaß 5 1/3´
Tenoroctave
Posaune 16´
Trompete
Trompete

Koppeln:

II – I, III – I, III-I Sub, III-I super, IV – I, III – II, IV – II,
I – P, II – P, III – P, IV – P, III 4´- P

als Züge und Tritte in Wechselwirkung

Spieltraktur mechanisch (Midi in III/out I), Registertraktur als Doppeltraktur (mechanisch und elektrisch mit elektronischer Setzerkombination, 1664 Kombinationen), Sequenzer vorwärts und rückwärts, separate Setzerkombination für Registranten.

Grundstimmen, Pleno, Tutti, Zungen ab, Crescendo an.

1 Schwellertritt und Schwellerzug für Clavier II,
1 Schwellertritt und Schwellerzug für Clavier III,
1 Schwellerzug für Glockenspiel (Option)
1 Crescendowalze

Radialpedal dso / ds´

Das Kubak-Orgelpositiv

chororgel_schwabmuenchen_st_michael_erbauer_rudolf_kubak_1983Das Positiv mit 4 Registern (Gedackt 8′, Fluet 4′, Prinipal 2′ und Oktävlein 1′)
wurde 1983 vom Augsburger Orgelbauer Rudolf Kubak erbaut.